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Was passiert wenn man einen Notruf absetzt?

Was geschieht nach einem Notruf auf 140?

Es ist etwas passiert! Schnell zum Telefon gegriffen und den Alpinnotruf 140 ohne Vorwahl getippt. Wenn sich am anderen Ende der Leitung eine Stimme mit „Grüß Gott, hier ist der Notruf der Österreichischen Bergrettung. Ihr Anruf wird in Kürze entgegengenommen. Bleiben Sie bitte in der Leitung!“ einschaltet, beginnt im Hintergrund ein Prozess zu laufen, in dem fast im Sekundentakt wichtige Entscheidungen gefällt werden.

 

Notruf Niederösterreich disponiert über die Nummer 140 auch alle Einsätze der Bergrettung Niederösterreich/Wien. Ungefähr 850 sind es pro Jahr, die von den 30 Ortsstellen  abgewickelt werden. Wer über die Notrufnummer 140 um Hilfe ruft, kommt immer zu einem speziell geschulten „Alpindisponenten“, der zugleich auch ein „Air-Dispatcher“ ist. Als solcher  verfügt er über die drei Rettungshubschrauber des ÖAMTC, welche in Ybbsitz (C 15), Krems (C2) und Wiener Neustadt (C3) stationiert sind.

 

 Leitstelle 001

 

Sofort startet der Alpindisponent sein Abfrageschema, das von einem Computer aktiv unterstützt wird. Haben Sie Geduld! Seine Fragen haben ihren Sinn und sind sehr wichtig! Was ist passiert und wo? Sind wesentliche Fragen, die es zu beantworten gilt, während sich am Bildschirm bereits eine Landkarte öffnet. Ein Click mit dem Cursor auf die vermutete Unfallstelle, und automatisch wird die hinterlegte Ortsstelle der Bergrettung alarmiert.

 

Übergabe des Einsatzes an die Bergrettung:

 

Mit „Einsatzleiter bei 140 melden“ erhält der zuständige Einsatzleiter der Bergrettung eine SMS, die auch die Informationen des Melders - wie Ortsangabe, Anzahl der Unfallbeteiligten, Verletzungen, Bewusstseinslage beinhaltet. Bergnamen und Hüttennamen sind mit der Karte verknüpft und können sofort zugeordnet werden.

 

Während die erste SMS an die Bergrettung hinausgeht, fragt der Disponent weiter: Welche Art von Unfall? Absturz? Medizinische Indikation (Herzinfarkt, Kreislaufproblem)? Verirrung?, Lawine? Auf den Bildschirm kommen verschiedene Vorschläge über den Einsatz von Rettungsmitteln.

 

Inzwischen hat sich ein zuständiger Einsatzleiter bei Notruf Niederösterreich gemeldet, übernimmt den Einsatz und gibt seine ersten einsatztaktischen Anordnungen wie zum Beispiel den Treffpunkt für die Bergrettungsmannschaft bekannt.

 

Der Disponent von Notruf 144 löst eine zweite SMS aus, welche diese weiteren Informationen für die Bergrettung beinhaltet. Beide SMS werden ebenfalls an die Mitglieder der Bergrettungs-Ortsstelle geschickt. Die Bergretterinnen und Bergretter sind nun auf dem Weg zum Einsatz. Gleichzeitig wird die Alpinpolizei verständigt. Sollte das Handynetz überlastet sein oder gar nicht funktionieren, läuft als redundantes System die Alarmierung über ein satellitengestütztes Pagersystem. 

 

 Leitstelle 002

 

Inzwischen versuchen die Bergrettungsleute den Patienten zu lokalisieren. Per Telefon, durch Rufen, manchmal auch durch Lichtzeichen. Oft ist es sehr schwierig, den Verunfallten zu finden und in weiterer Folge zu ihm zu gelangen. Aber ist das geschafft, ist schon viel gewonnen. Guter Zuspruch, Erstversorgung.

 

Die Bergretter rufen meist per Funk ihre eigene Zentrale und/oder Notruf Niederösterreich und melden: „Wir sind beim Verletzten eingetroffen“. Der Verletzte wird fachgerecht erstversorgt, und je nach vorhandenen Möglichkeiten abtransportiert. Über die Transportmöglichkeiten entscheidet  der Einsatzleiter der Bergrettung.

 

Wesentliche Entscheidungsgrundlagen dafür sind das Verletztenmuster, die Geländegegebenheiten und das Wetter.. Ist der Verletzte an den Notarzthubschrauber, den Notarztwagen oder das Rettungsfahrzeug übergeben, ist die Arbeit der Bergrettung getan. Eine SMS „Einsatzende“  ist der offizielle Abschluss eines Bergrettungseinsatzes.  

 

Alarmierungs-Sonderfälle:


Beim Lawineneinsatz wird immer parallel zur Alarmierung einer Ortsstelle ein ganzes Bergrettungs-Gebiet (in der Regel sind das etwa 10 Ortsstellen) alarmiert. Dabei wird immer auch die Suchhundestaffel mit  einbezogen.

Sucheinsätze sind hinsichtlich der Alarmierung beinahe ident mit der Alarmierung für Lawineneinsätze. Der Einsatzablauf selbst ist dann aber anders.

Bei Liftgebrechen ruft der Betriebsleiter 140 an. Durch die Leitstelle wird dann ebenfalls ein ganzes Bergrettungsgebiet alarmiert.